„Go home!“ Übriggeblieben in Sülzfeld

08.08.2016, Sülzfeld

Am Nachmittag des 08. August 2016 besuchen wir vom Flüchtlingsrat Thüringen die Gemeinschaftsunterkunft in Sülzfeld kurz vor Meinigen. Die leere, runtergekommene Theke im Eingangsbereich erinnert an das ehemalige Bordell plus Spielhalle.

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Wir werden von den Bewohnern der Unterkunft in den Gemeinschaftsraum gebeten. Die vielen Sofas und der Fernseher lassen den ca. 40 m² großen Raum einigermaßen gemütlich aussehen. Uns wird Tee und Cola gebracht.Ein Gespräch entwickelt sich: „Andere Geflüchtete, die in der Stadt untergebracht sind, können schon besser Deutsch als wir, weil sie mehr Kontakt mit Deutschen haben.“ Die Unterkunft liegt in einem kleinen Industriegebiet. Bis zum nächsten Supermarkt und ins Meininger Zentrum sind es acht Kilometer. Bis 18 Uhr fahren die Busse. Ein Ticket für die Hin- und Rückfahrt kostet 2€. Die Bewohner*innen haben sich selbst Fahrräder organisiert, mit denen sie mobil sind. Zumindest eine Ärztin und eine Kita befinden sich in Sülzfeld. Die Nachbarn hier im Industriegebiet seien nett. Ab und zu schenken sie etwas, Äpfel oder den Fernseher zum Beispiel. Einen Fernseher und ein Radiogerät zur Verfügung zu stellen ist schön, eigentlich ist es aber die Aufgabe des Sozialamtes. Es gäbe jedoch auch negative Vorfälle mit Anwohner*innen. Ein Mann sagte zu einem Mann aus Syrien „Go home it’s my fatherhomeland“, wieder ein anderer zeigte den Mittelfinger. Ansonsten aber seien viele Leute freundlich, beschwichtigen unsere Gastgeber. „„Go home!“ Übriggeblieben in Sülzfeld“ weiterlesen

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„Go home!“ Übriggeblieben in Sülzfeld

„Das ist kein Leben hier!“

08.08.2016, Meiningen

Als wir die ehemalige Mehrzweckhalle in Meiningen betreten, sind wir sprachlos. Seit November 2015 sind hier Geflüchtete untergebracht. Der Gang, der in die Halle hineinführt ist dunkel und seitlich bis unter die Decke mit Bauzäunen und Planen beschränkt. Hinter diesen befinden sich kleine Abteile, in denen die Geflüchteten untergebracht sind. Eines der Abteile verfügt weder über Tageslicht, noch über Fenster. In den besseren Abteilen mit einem kleinen Fenster, können diese nur mit einem Schlüssel von den Security-Mitarbeiter*innen geöffnet und geschlossen werden.

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In den dunklen und stickigen Abteilen stehen Doppelstockbetten aus Metall mit billigsten Schaumstoffmatratzen, Metallspinde, Tische und Stühle. Einige der Bewohner*innen klagen darüber, nur noch mithilfe von Tabletten Schlaf zu finden und durch die schlechten Matratzen jeden Tag mit Rückenschmerzen zu erwachen. „Die Zustände hier machen psychologisch krank. Das ist kein Leben hier!“, klagt ein Bewohnerin.

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„Das ist kein Leben hier!“